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Validierung

Validierung ist ein zentrales, oft unterschätztes Element psychologischer Arbeit – und zugleich ein Grundbedürfnis menschlicher Beziehung. Sie berührt einen empfindlichen Kern: das Gefühl, dass unser inneres Erleben wahrgenommen, verstanden und als sinnvoll angesehen wird. Nicht bewertet, nicht korrigiert, nicht relativiert, sondern ernst genommen.

Hier ist eine komprimierte therapeutische Darstellung, was Validierung bedeutet und warum sie so wirksam ist.



Was Validierung ist


Validierung heißt: Wir erkennen an, dass das, was ein Mensch fühlt, aus seiner Sicht Sinn ergibt. Wir sagen innerlich oder äußerlich: „Ja, das stimmt so für dich. Ich sehe das.“ Das Gefühlte in der anderen Person bekommt dadurch einen Wert, den wir sehen oder spüren können.


Es bedeutet nicht, dass wir alles gutheißen oder damit einverstanden sind. Es bedeutet auch nicht, dass wir die Fakten teilen müssen. Vielmehr heißt es: Der emotionale Zustand des anderen ist für uns nachvollziehbar und hat Bedeutung.



Psychologische Funktion


Validierung wirkt so tief, weil sie drei zentrale Bedürfnisse berührt:


  1. Gesehen werden – unser Erleben bekommt einen Platz.

  2. Verstanden werden – wir fühlen uns innerlich abgeholt.

  3. Nicht allein sein – unser Nervensystem beruhigt sich.


Validierung bietet oft eine erste Form von Regulation. Sie holt Menschen aus Scham, aus Überforderung oder aus Selbstzweifel. In der therapeutischen Praxis ist sie häufig der Moment, in dem jemand wieder ruhig durchatmen kann.



Was Validierung NICHT ist


  • kein Trostpflaster

  • keine Zustimmung

  • kein „Ja, aber …“

  • kein Fixieren auf Schwäche oder Defizite

  • kein Wegreden eines Problems

  • keine Manipulationstechnik


Validierung ist Klarheit ohne Härte, Empathie ohne Verschmelzung, Zuwendung ohne Lösungspflicht.



Wie man validiert


Validierung geschieht auf mehreren Ebenen. Sie kann sein:


  • sprachlich: „Ich verstehe, warum dich das so verletzt.“ oder „Das klingt wirklich schwer.“

  • emotional: Wir stimmen uns auf die emotionale Lage ein – ruhig, zugewandt, klar.

  • körperlich: Ein ruhiger Atem, ein weicher Blick, präsente Haltung.

  • kognitiv: Wir zeigen, dass die Reaktion Sinn ergibt – aus der Sicht der Geschichte, der Umstände, der Bedürfnisse.


Wie die meisten sozialen Kompetenzen ist sie erlernbar und kann geübt werden, um bei ihrer Anwendung feiner und tiefer zu wirken.



Warum es ohne Validierung schwieriger ist


Ohne Validierung entstehen häufig Scham, Rückzug, Missverständnisse, Abwehr und Eskalationen. In Beziehungen kommt es dann schnell zu Konflikten aus Missachtung, fehlendem Vertrauen oder persönlichen Vorwürfen und Urteilen. Fehlende Validierung führt leicht zu dem Gefühl, „falsch“, „übertrieben“ oder „nicht wichtig“ zu sein.


Mit Validierung hingegen entsteht Raum für:


  • Beruhigung

  • Regulation

  • Vertrauen

  • Kooperationsbereitschaft

  • Reflexion

  • Veränderung


Menschen können erst dann etwas verändern, wenn sie das Gefühl haben, dass ihr aktueller Zustand anerkannt und nicht gegen sie verwendet wird.



Validierung als Beziehungskultur


In vielen unserer Verbindungen mit anderen kann Validierung die Beziehungsqualität entscheidend verbessern: In Therapie, in Partnerschaft, in Elternschaft, in Freundschaft – sogar im Arbeitskontext kann sie positive Auswirkungen haben.


Validierung baut Brücken zwischen Menschen. Sie macht dadurch Begegnung möglich und erlaubt uns, uns selbst und einander verständlicher zu werden.


Besonders stark wirkt sie dort, wo wir sie in unserer eigenen Geschichte zu wenig bekommen haben; dort setzt sie ein Entwicklungspotenzial frei, auf das wir möglicherweise schon lange gewartet haben.




 
 
 

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